Schweres Klavier transportieren: ab wann es kritisch wird
"Schwer" ist beim Klavier keine Frage des Gefühls, sondern eine Zahl mit Folgen. Ein kleines Übungspiano liegt bei etwa 180 Kilogramm, ein hohes altes Instrument mit massivem Gussrahmen erreicht 300 bis 350 Kilogramm. Beim Flügel beginnt es bei rund 250 Kilogramm, ein Halbkonzertflügel liegt bei 400 bis 500 Kilogramm, ein Konzertflügel geht darüber hinaus. Genau in diesem Bereich kippt der Aufwand von "vier Leute und eine Stiege" zu "geplanter Transport mit Technik".
Entscheidend ist nicht nur das Gewicht, sondern wie es sich verteilt. Beim Piano sitzt die Masse hoch und hinten, weil Rahmen, Stimmstock und Saitenbezug dort konzentriert sind. Das Instrument kippt deshalb nach hinten deutlich leichter als nach vorne, und beim Führen über Stufen ist genau diese Achse das Thema.
Der dritte Faktor ist die Strecke. Eine gerade Stiege mit tiefen Stufen ist bei 300 Kilogramm machbar, eine enge Wendeltreppe mit kurzem Podest kann bei demselben Gewicht ausscheiden. Was der Boden trägt, spielt in Altbauten mit Holztramdecken ebenfalls mit.
Deshalb steht bei einem schweren Klaviertransport immer zuerst die Frage: Wie viel wiegt es, welchen Weg gibt es, und welche Technik braucht dieser Weg.